1. Hanauer FC 1893 e.V.
Hessens ältester Fußballverein
1. Hanauer FC 1893 e.V.

Am 23. März 2017 wäre er 70 geworden:

Karl Schaffrath- eine HFC-Fußballlegende!

Wenn unter altgedienten 93er-Fans der Name Karl Schaffrath fällt, dann bekommen die Augen einen ganz besonderen Glanz. Diesen Namen sprechen alle, die ihn kannten und die ihn Fußball spielen sahen, nur mit größter Hochachtung und auch mit Verehrung aus. Karl Schaffrath hat über viele Jahre das Spiel des FC Hanau 93 ganz entscheidend geprägt. Und sein Name steht auch für eine Ära großer sportlicher Erfolge von Hessens ältestem Fußballclub. Leider wurde Karl nur 62 Jahre alt, verstarb am 28. Februar 2010.

Karl Schaffrath wurde am 23. März 1947 in Somborn geboren. Seinem Geburtsort blieb er stets eng verbunden, und vielleicht blieb ihm eine noch größere fußballerische Karriere nur deshalb verwehrt, weil er seiner Heimat niemals für längere Zeit den Rücken gekehrt hätte.

Umso bekannter wurde er im Rhein-Main-Gebiet. Unter anderem waren der FSV Frankfurt und Viktoria Aschaffenburg Stationen seiner fußballerischen Laufbahn, ehe er Mitte der Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zum FC Hanau 93 kam.

Karl Schaffrath war ein begnadeter Techniker, der den Fußball nicht trat, sondern streichelte. Der in vollem Tempo durchs Mittelfeld stürmte, den Ball am Fuß, den Kopf aber immer oben, nach frei stehenden Mitspielern suchend oder das Spielgeschehen „lesend“. Wo stehen die Gegenspieler? Wer bewegt sich wie und wohin? Das alles erfasste er in Sekundenbruchteilen und richtete sein taktisches Vorgehen danach aus.

Zunächst spielte Karl beim HFC im Mittelfeld; der Libero hieß in der Saison 1975/76 Manfred Brunner, damaliger Spielertrainer der 93er. Mit diesem Duo sowie weiteren tollen Fußballern im Team (man denke nur an Heiko Dymalla, Detlef Gistl, Peter Hoffmann, Walter Seitz oder Klaus Krost im Tor) waren die Meisterschaft in der Gruppenliga (damals zweithöchste hessische Amateurklasse, vergleichbar mit der heutigen Verbandsliga) und der damit verbundene Aufstieg in die Hessenliga praktisch vorprogrammiert.

Als dann Manfred Brunner sich ausschließlich der Traineraufgabe widmete, nahm Karl Schaffrath die Position ein, die für ihn wie geschaffen war: die des Liberos. Mit Herrmann Luy als Vorstopper hatte er dazu nun auch noch den idealen Ergänzungsspieler an seiner Seite, der vor und neben ihm aufräumte und ihm bei seinen Vorstößen den Rücken freihielt. So erzielte Karl Schaffrath auch als „letzter Mann“ in jeder Saison etliche Tore, darunter mehrere direkt verwandelte Freistöße; hinzu kamen viele Torvorlagen für die Mitspieler.

Mit ihm wurde Hanau 93 1976/77 als Aufsteiger Herbstmeister in der Hessenliga und musste am Ende nur dem KSV Hessen Kassel in der Meisterschaft den Vortritt lassen. Im Hessenpokal revanchierte man sich dann und besiegte im dramatischen Finale in Lauterbach die favorisierten Nordhessen nach Verlängerung und Elfmeterschießen, was zugleich den Einzug in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals bedeutete.

Auch hier setzte Karl Schaffrath ein Ausrufezeichen: Auf der Schwäbischen Alb, beim 4:1-Sieg beim FV Faurndau, war es ihm vorbehalten, mit einem „Knaller“ an den Innenpfosten des Gastgeber-Gehäuses den Schlusspunkt zu setzen und den vierten Treffer zu markieren.

Ein weiterer Höhepunkt war der Gewinn des Meistertitels in der Hessenliga im darauf folgenden Jahr, verbunden mit dem Aufstieg in die damalige 2. Bundesliga Süd. Mit Hubert Genz und Walter Seitz agierten tolle Fußballer im Mittelfeld; in der 2. Bundesliga kamen dann noch die Erstliga-erfahrenen Günther Oleknavicius und Dieter Schwemmle hinzu sowie Michael Bordt und Karl-Heinz Schleiter, der 15 Treffer erzielte, um nur einige zu nennen. Am Ende fehlten den 93ern bei einem 20er-Feld nach 38 Spieltagen ganze zwei Punkte, um den Ligaverbleib zu sichern.

Zunächst trennten sich nun die Wege von Karl Schaffrath und Hanau 93, um sich aber schon wenige Jahre später wieder zu finden. Der HFC spielte wieder in der Gruppenliga, ein Neuaufbau mit Jungtalenten wie Jürgen Bär oder Albert Repp sollte die Rückkehr in die Hessenliga bringen. Doch das junge Team brauchte einen Kopf, einen Strategen, einen Routinier, der es führen konnte. Für diese Aufgabe war niemand besser geeignet als Karl Schaffrath. Unter Erfolgstrainer Alfred Haas gelang die Rückkehr in die Hessenliga, wo man auf Anhieb einen einstelligen Tabellenplatz erreichen konnte. Karl Schaffrath dirigierte und lenkte die junge Mannschaft, Jürgen Bär erzielte die notwendigen Tore.

Im folgenden Jahr ging es jedoch wieder zurück in die Gruppenliga, und 1986/87 konnte auch diese Klasse nicht mehr gehalten werden. Es war Schaffraths letzte Saison bei Hanau 93, diesmal als Spielertrainer; von mehreren Verletzungen geplagt konnte er dem Spiel nicht mehr so wie in früheren Jahren seinen Stempel aufdrücken.

Der Verfasser dieser Zeilen erinnert sich noch sehr gut an die Worte des Pfarrers in der voll besetzten katholischen St.-Anna-Kirche zu Somborn, im Rahmen eines bewegenden Requiems zu Ehren des verstorbenen Karl Schaffrath: „Karl sprach oft und gerne über seine Zeit als Fußballer. Meine beste Zeit, so sagte er dann immer, die hatte ich bei Hanau 93.“

Beim 1. Hanauer FC 1893 wird man Karl Schaffraths immer in Dankbarkeit und mit allergrößtem Respekt gedenken. Denn seine beste Zeit als Fußballer, nämlich die bei Hanau 93, die war auch für die 93er eine der besten Zeiten, die sie in ihrer langen Vereinsgeschichte jemals hatten.

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