1. Hanauer FC 1893 e.V.
Hessens ältester Fußballverein
1. Hanauer FC 1893 e.V.

Ein Fußball-Jahr wie keines zuvor:

2020 im Zeichen der Pandemie!

Vorab: Natürlich treffen die Folgen der Corona-Pandemie gerade auch den Amateursport sehr hart- und somit auch den 1. Hanauer FC 1893. Die Finanzplanungen wurden und werden über den Haufen geworfen, Einnahmen, die fest eingeplant waren, brechen weg. An dieser Stelle gilt aber vor allem unser Mitgefühl denjenigen, die infolge der Pandemie verstorben sind, sowie ihren Familien und Freunden. Ebenso denjenigen, die schwer erkrankt sind und die möglicherweise noch lange an den Folgen leiden werden.

Wenden wir uns nun dem sportlichen Geschehen des Jahres 2020 zu. Nach 33 Jahren Hessenliga-Abstinenz war Hanau 93 in der Saison 2019/2020 ins hessische Fußball-Oberhaus zurückgekehrt. Die Aufstiegsentscheidung fiel erst sehr spät, mit dem Rückzug des FSV Lohfelden aus der Lotto-Hessenliga; dementsprechend kurz war die Vorbereitungszeit. Das Team um Spielertrainer Michael Fink schlug sich jedoch wacker und blieb konstant den Abstiegsrängen fern, vor allem dank einer überraschenden Auswärtsstärke und auch dank der 11 Treffer, die Goalgetter Salvatore Bari erzielte, darunter manch spielentscheidendes Tor wie z. B. das späte 2:1 beim Sieg in Walldorf. Daran änderten auch die beiden Niederlagen nach der Winterpause (1:3 bei Türk Gücü Friedberg und 0:2 beim KSV Baunatal) nichts mehr- und danach war plötzlich Schluss.

Die rasant ansteigenden Infektionszahlen auf Grund der weltweiten Corona-Pandemie führten zu einem nahezu kompletten Lockdown in allen Lebensbereichen; auch der Sport war davon betroffen. Am 12. März 2020 entschied der Hessische Fußball-Verband, den Spielbetrieb in seinem Geltungsbereich komplett auszusetzen. Aus der vorläufigen, bis Karfreitag befristeten Unterbrechung wurde schließlich ein Saisonabbruch. Eintracht Stadtallendorf und der KSV Hessen Kassel stiegen in die Regionalliga auf; Absteiger aus der Hessenliga gab’s keine.

Welch prekäre finanzielle Situation damit auch auf Hanau 93 zukommen würde, erkannte als erster Giovanni Fallacara. Für seinen Spendenaufruf erntete er zunächst bissige Kommentare in den lokalen und sozialen Medien; mit teils geringem, teils größerem zeitlichem Verzug folgten dann jedoch auch andere Vereine seinem Beispiel.

Mit der (abgebrochenen) Spielzeit 2019/2020 endete beim FC Hanau 93 zugleich eine Ära. Giovanni Fallacara, Visionär und Macher in einer Person, beendete nach rund 7 ½ Jahren eines aufopfernden Engagements seine Tätigkeit bei Hessens ältestem Fußballverein, den er mit einer beispiellosen Erfolgsgeschichte von der Kreisoberliga bis in die Hessenliga geführt hatte. Lediglich im Förderverein von Hanau 93 wird er als 2. Vorsitzender auch weiterhin aktiv sein. Sein Nachfolger im Amt des Sportlichen Leiters ist unser Ex-Aktiver Alexander Hagikian. Ihm wünschen wir viel Erfolg und Freude bei seiner neuen Aufgabe, und an Giovanni Fallacara geht für seine Leistungen, für seinen unglaublichen Einsatz und für die unter und mit ihm erzielten Erfolge ein riesiges DANKESCHÖN. Mach’s gut, lieber Giova- und hoffentlich zieht es Dich recht bald schon wieder zurück zum HFC, ganz gleich, in welcher Funktion oder Verantwortung.

Am ersten September-Wochenende startete dann die Lotto-Hessenliga in die Saison 2020/2021. Der Hessische Fußball-Verband gab ein exaktes Hygiene-Konzept vor und begrenzte die Zuschauerzahlen drastisch. Natürlich freuten sich auch die 93er, die eine insgesamt gute Vorbereitung gespielt hatten, endlich wieder um Punkte antreten zu können- doch erneut wurden sie durch das Corona-Virus ausgebremst. Wegen hoher Infektionszahlen in Hanau und im gesamten Main-Kinzig-Kreis durfte der Saison-Auftakt an der Kastanienallee gegen Türk Gücü Friedberg nicht angepfiffen werden. Kein Wunder, dass der verspätete Saisonstart eine Woche später beim FSV Fernwald (0:0) holprig und enttäuschend verlief.

Ganz anders sah es am darauf folgenden Mittwoch Abend aus. Weil die Heinrich-Sonnrein-Sportanlage abends nach wie vor im Dunkeln lag (und liegt), sprich: noch immer dort kein Flutlicht installiert ist, wurde das erste Heimspiel der noch jungen Saison auf dem schmucken Kunstrasenplatz des FC Hochstadt ausgetragen. Ergebnis: Varol Akgöz gegen den FV Bad Vilbel- 4:1! Hanau 93 zeigte phasenweise herrlichen Fußball und tolle Kombinationen, und der in der Winterpause zu den 93ern gekommene Varol Akgöz veredelte das starke Spiel mit vier Toren, setzte sich damit gleich an die Spitze der Hessenliga-Torjägerliste und gab sie bis zum (vorläufigen) Saisonabbruch im Oktober auch nicht mehr her. Mittlerweile hat er bereits 14 „Buden“ auf seinem Konto; bei 11 ausgetragenen Spielen eine sensationelle Quote.

Erstaunlich, wie heimstark Hanau 93 in den bislang absolvierten Begegnungen auftrat, denn in der vorherigen Spielzeit war dies durchaus nicht der Fall. Alle fünf Heimspiele wurden gewonnen, darunter ein weiteres „Auswärts-Heimspiel“ am 7. Oktober unter Bischofsheimer Flutlicht (4:0 gegen den SV Hünfelden). In diesem Zusammenhang gebührt dem 1. FC Hochstadt und dem FSV Bischofsheim nochmals ein großes Dankeschön dafür, dass sie Hanau 93 ihre Kunstrasenplätze so problemlos zur Verfügung stellten. Makellos ist also die Heimbilanz; vergleichbar stark trat bislang vor eigenem Publikum nur Tabellenführer SG Barockstadt Fulda-Lehnerz auf.

Aber auch auswärts berappelten sich Michael Finks Mannen, nachdem man in den ersten vier Gastspielen auf fremdem Geläuf noch sieglos geblieben war. In Neuhof (4:0) und Steinbach (2:0) blieb man sogar ohne Gegentor, freute sich als nunmehr Vierter im Hessenliga-Klassement auf das Duell mit dem Tabellenzweiten Hessen Dreieich- und musste ab Ende Oktober wieder in den kompletten Fußball-Lockdown. Nicht einmal Trainieren war und ist seitdem erlaubt, geschweige denn das Austragen von Spielen, und angesichts zuletzt erneut hoher Zahlen bei Covid-19-Neuinfektionen und –Todesfällen kann niemand seriös vorhersagen, wann der Trainings- und Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Die wahrscheinlichste Version: Sollten im Nachgang zu einem „harten“ Lockdown die Corona-Fallzahlen wieder stark rückläufig sein und auch der Einsatz erster Impfstoffe einen positiven Effekt zeigen, könnte der Amateur-Sportbetrieb wieder aufgenommen und zumindest die noch ausstehenden Partien der Vorrunde nachgeholt werden. Die dann absolvierte „halbe Saison“ könnte wie eine komplett ausgetragene gewertet werden, also mit Auf- und Abstiegsentscheidungen.

Nicht verschwiegen werden darf bei einem Rückblick auf 2020 die Schrecksekunde, als Hessens ältester Fußballclub von einem Insolvenzverfahren bedroht und betroffen war. Hanau 93 hat mit den Spielern seiner 1. Mannschaft Verträge, und daraus resultiert auch eine Verpflichtung zur Zahlung von Sozialversicherungs-Beiträgen. Die Beiträge werden an die Rentenversicherung „Knappschaft Bahn-See“ abgeführt (übrigens nicht zu verwechseln mit unserem Sponsoren und Partner, der Gesetzlichen Krankenversicherung Knappschaft!). Diese Beitragszahlungen waren zeitweise nicht erfolgt, und der Beitragsrückstand hatte zur Folge, dass die „Knappschaft Bahn-See“ eben jenes Insolvenzverfahren in Gang setzte. Die Beiträge wurden dann jedoch sehr rasch nachentrichtet und das Insolvenzverfahren eingestellt.

Alle Bereiche des Amateursports, und somit auch die Fußballer des FC Hanau 93, ihre Betreuer, Fans, Mitglieder, Sponsoren und Förderer gehen mit vielen Unsicherheiten behaftet in den Jahreswechsel. Vor allem im humanen und im gesamt-gesellschaftlichen Interesse hoffen wir alle, dass der Schrecken der Corona-Pandemie möglichst bald der Vergangenheit angehören möge. Und wir hoffen auch darauf, dass die große 93er-Fußballfamilie ihren HFC nicht vergisst, auch wenn derzeit weder die Herren- noch die Jugendmannschaften spielen und trainieren dürfen, dass wir alle zusammenbleiben und so diese schlimme und schwierige Zeit gemeinsam überwinden und überstehen werden.

Natürlich werden wir demnächst auch noch in einem gesonderten Artikel auf die herausragenden Leistungen unserer 2. Mannschaft sowie auf unsere Nachwuchsteams in 2020 blicken.

 

Zahlen, Daten, Fakten: Roland Jäger.

Text Jahresrückblick: Hans Jung.

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